Ironman 70.3 World Championchip Las Vegas 2012

Martin Kleinl durch Fremdverschulden ausgeschieden

Nicole Krekel- Klapper auf Platz 74 in der AK

 

Am 09. September 2012 trafen sich die besten Triathleten der Welt um ihre Champions in Las Vegas / USA zu ermitteln. Die Temperaturen die die Athleten vorfanden waren alles andere als angenehm. Die Wassertemperatur im Lake Las Vegas, in dem die Athleten die 1,9 Km Schwimmstrecke zu Beginn meistern mussten, hatte ca. 30°C. Mit dabei der Schützener Martin Kleinl (HSV Laufsport Kaisersteinbruch), der nach seinem 2. Platz bei der EM in Deutschland mit großen Erwartungen nach Amerika reiste.
Nach einer perfekten Vorbereitung und mit viel Selbstbewusstsein wollte Kleinl nach der WM Krone greifen. "Alles andere wäre für mich eine Enttäuschung gewesen", so Kleinl.
Die Trainingsergebnisse in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung waren mehr als vielversprechend und die Stimmung gut. Schon von Beginn an lief es für Martin wie geplant. Mit persönlicher Schwimmbestzeit kam er mit der Spitze aus dem Wasser. Danach ging es auf die 90 Km lange Radstrecke. "Das Radfahren liegt mir besonders, und ich war auch in Richtung Bestzeit unterwegs. Auf der Radstrecke fing dann das Elend an. Eine in der Rennbesprechung nicht erwähnte Engstelle wurde mir zum Verhängnis als die für den Verkehr nicht gesperrte Straße plötzlich und unerwartet auf weniger als einen Meter verengt wurde um PKWs mit ihren Bootsanhängern Platz zu machen. Ein vor mir langsam fahrender Athlet bremste aus nicht erkennbarer Ursache heraus sein Rad bis fast zum Stillstand ab und fuhr mir direkt vors Rad. Ich war mit ca. 50 Km/h auf meinem Bike unterwegs und musste irgendwie einem Crash ausweichen. Ein "Abflug" ins Gelände hätte mit schweren Verletzungen geendet (nur Fels und Geröll), ebenso wie die Bekanntschaft mit einem Bootsanhänger. Irgendwie habe ich es geschafft aus meiner aerodynamischen Position heraus, mit mir bis heute unverständlichem Glück, einen Unfall zu vermeiden. Leider habe ich mir bei dieser akrobatischen Einlage so sehr wehgetan, dass ich nur noch mit unerträglichen Schmerzen im Rücken und in den Hüftgelenken weiterfahren konnte. Ich quälte mich über die restlichen 70 Km der Radstrecke in Richtung Wechselzone. Eine Aufgabe kam für mich trotz allem nicht in Frage, ich war hier um Weltmeister zu werden, hatte ich mich doch ein Jahr lang darauf vorbereitet, alles auch Beziehung, Familie, finanzielle Einbußen in Kauf genommen um mein Ziel zu erreichen. Und dann dass! Ich konnte mir kaum die Radschuhe öffnen, war fast unfähig vom Rad zu steigen. Höllische Schmerzen machten ein Laufen unmöglich. Und dennoch machte ich mich auf den Weg. Es war das erste Mal in meinem Leben das ich weinend vor Schmerzen in einem Rennen lief. Von laufen konnte keine Rede sein, die unerträglichen Schmerzen machten einen aufrechten Gang nicht möglich. All meine Träume, meine Ziele, vorbei! Als ich meine Tränen vor Schmerzen nicht mehr zurückhalten konnte, lag ich am Rande der Laufstrecke mit den Gedanken an meine kleine Tochter Mavie, und all den anderen Menschen, nicht zuletzt an meine Trainerin Nicole Krekel- Klapper (TLZ Donnerskirchen ) die mich richtig auf den Punkt genau in die beste Form meines bisherigen Sportlichen Lebens gebracht hatte und die mich unterstützenden Menschen zu Hause.
Ja der Sport kann einem viel geben, aber er nimmt einem manchmal auch alles in wenigen Augenblicken. Warum das so sein muss? Keine Ahnung! Aber es geht weiter und ich freue mich schon auf die nächste Saison und das Erreichte. Ganz besonders freut mich das meine Trainerin Nicole, die selbst als Athletin am Start war mit einem super Platz 74 in der AK ein tolles Ergebnis mit nach Hause brachte". Und das alles bei Temperaturen von 44°C und einer Fahrt mit einem platten Vorderrad auf den letzten 10 Km bis zur Wechselzone.