AgeGroup Wintertriathlon Weltmeisterschaft 2016 in Zeltweg

14. Februar 2016 – ein Tag der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Meinen bisher größten Erfolg konnte ich an diesem Valentinstag erzielen. Es ging quasi ein Traum in Erfüllung. Eine Weltmeisterschaftsmedaille in der Age Group…
Zeltweg 2016 war nach St. Anna 2014, Zeltweg 2015 und Joglland 2016 erst mein vierter Wintertriathlon. Aber schon bei meinem ersten Wintertriathlonstart 2014 spürte ich, dass ich mal bei einer Wintertriathlon WM starten muss. Da könnte sich wenn ich beim Laufen und Radfahren in Topform bin etwas ausgehen. Mein Manko beim Langlaufen muss ich in den ersten 2 Disziplinen etwas wettmachen, denn die Entscheidung fällt erst beim Langlaufen. Hier spielt die Technik eine wesentliche Rolle. Und da ich nie Langlaufen gelernt habe und erst 2013 das erste Mal auf Langlaufski gestanden bin brauche ich einen Vorsprung auf die „Spezialisten“…Im Herbst 2015 nahm ich dann wahr, dass die Wintertriathlon WM am 14. Februar 2016 in Zeltweg stattfinden wird. Super! Diese Möglichkeit muss ich gleich mal nützen. Die geplante Vorbereitung für die WM konnte dann aber auf Grund der Witterung nicht so stattfinden, wie gedacht. Vom 27. Dezember – 3.Jänner wollte ich eigentlich im Winterurlaub in Radstadt Langlaufen trainieren. Auf Grund der Witterung wurde es dann ein Mountainbiketrainingslager. Somit startete ich dann beim Wintertriathlon im Joglland am 9. Jänner ohne Langlauftraining. Ich nützte diesen Wettkampf einfach dann nur zum Erfahrung sammeln und mit „angezogener“ Handbremse.Vom 3. bis 6. Februar konnte ich dann endlich einen Intensivtrainingsblock Langlaufen in den Trainingsplan einbauen. 6 Einheiten mit 180 Langlaufkilometern waren dann sozusagen meine Spezialvorbereitung für diese WM.Einige Tage vor dem Wettkampf studierte ich dann die Startliste für meine AgeGroup. 13 Nennungen. Ich versuchte etwas über meine Gegner zu erfahren. Der Italiener ALLADIO Luca wurde 2012 immerhin Europameister und 2016 im Rahmen der Italienischen Meisterschaften 6. Das wird sicher ein harter Brocken. Dann hatte ich noch den QUERFELD Mirko aus Deutschland auf der Rechnung. Von den Österreichern schätzte ich GRUBER Josef, GRABNER Hannes und INNERHOFER Alois am stärksten ein. Und mich natürlich auch. Das waren mit mir sozusagen 6 Leute für die Medaillen. Wenn alles passt hole ich mir eine Medaille!Sonntag 14.2., 14:30 Uhr Start. Leichter Regen, plus 5 Grad, quasi windstill. 4 km Laufen auf Asphalt, Wiese, Schnee und Laufbahn und über Stufen. Viele Ecken. Rutschig, Wasserlacken. Ich konnte mich gleich von Beginn an gut einreihen. Ich fühlte mich gut und lief mein Tempo. Hier wird das Rennen nicht entschieden. Ich wurde auch nicht nervös als mich ein Gegner aus meiner Altersklasse überholte. Mit der 10. besten Laufzeit (2. Platz in der AgeGroup) kam ich in die Wechselzone. Für mich verlief der Wechsel problemlos. Ich war schon mit dem Rad auf dem Weg raus. Dann fragte mich ein Wettkampfrichter ob das Handtuch am Wechselplatz mir gehört. „Ja natürlich, wieso?“. Er meinte, das Handtuch gehört auch in die Wechselbox. Kurze Diskussion – es wurde gesagt erst nach dem Radsplit muss alles in der Box sein… Gut, diskutieren hilft nicht, zurück, Handtuch rein und weiter. Auf jeden Fall hat mir diese „Aktion“ 15 -20 sec gekostet. Hat sich dann zum Glück nicht auf das Ergebnis ausgewirkt…Dadurch ging ich dann gleichzeitig mit Frühwirth Alex raus auf die Radstrecke. Gut, dem Alex werde ich nun folgen. Der ist saustark. Aber bereits nach 400 Meter ging ich dann bei ihm vorbei. Ich war in dieser Disziplin heute einfach stärker wie er. (Alex sollte mich dann als gelernter Biathlet beim Langlaufen wieder zurück überholen – ist aber nicht meine AgeGroup und somit heute nicht mein Konkurrent…). In der ersten Runde kam dann die Startnummer 134 – der Italiener. Da muss ich nun dran bleiben. Wir kämpften dann den ganzen Radpart Mann gegen Mann. In einer S-Kurve kollidierten wir auch. Ich fuhr nämlich den ersten Teil weit an und somit den zweiten Teil eng und er genau umgekehrt. Und somit überschnitten sich dann die Wege. Nachgegeben hat keiner, aber auf so einem Level bei Mann gegen Mann ist das normal. Ich kam dann etwa 10 sec hinter dem Italiener in die Wechselzone. Mit der 8. besten Radzeit konnte ich mich um einen Rang verbessern. In der AgeGroup sollte es auch der zweite Platz sein – zu diesem Moment wusste ich es ja nicht ganz genau. Meine Infos waren nur Top 10, der Italiener vor mir und mein Waldviertler Freund und Urgestein im Triathlon – Frühwirth Alex hinter mir. Durch diese Infos wusste ich aber, dass ich weit vorne bin und eventuell 2. oder 3. in der AgeGroup bin.Es folgte ein guter Wechsel auf die Langlaufski. Lediglich die Schlingen der Langlaufstöcke konnte ich zu Beginn nur schwer zu ziehen. So nun noch 4 Langlaufrunden. Die Loipe war tief und an wenigen Stellen sehr nass. Mein Ski war gut. Das merkte ich an den wenigen, sehr leichten bergab-Passagen. Da konnte ich gut mithalten. Aber auf den Teilpassagen wo man kräftig antauchen musste fehlte mir die Technik. Ich ging zwar größtenteils einen 1-1er – aber die richtige Technik/Schrittlänge fehlte. Somit verlor ich auf der Loipe meine Top10 Platzierung. Mit der 46. Lanflaufzeit kam ich dann auf dem 15. Gesamtrang ins Ziel. Ja im Ziel wusste ich noch nichts genau von meiner AgeGroup Platzierung. Ich freute mich zuerst über meine Leistung – mit der war ich auf jeden Fall zufrieden. Eine WM Medaille wäre dann noch das Sahnehäubchen…. Wenige Minuten später konnte ich meinen Vizeweltmeistertitel bei den Liveergebnissen im Internet feststellen.
Wow – echt geil muss ich sagen….

Gesamtzeit: 1:08:04, 2. Platz und somit Vizeweltmeister M40-44, Gesamt 15.

Run: 15:07 (10. Gesamt / 2. AK)
T1: 00:58
Bike: 31:41 (8. Gesamt / 2. AK)
T2: 01:07
SKI: 19:10 (46. Gesamt / 6. AK)